Sichere Geldanlage | Staatsanleihen oder Online-Sparbuch?

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Wenn es um sichere Geldanlage geht, hat man nicht viele Optionen. In Wahrheit kommen ausschließlich Staatsanleihen oder ein Online-Sparbuch in Frage. Welche Option solltest du wählen?

Du möchtest dein Geld kurz- oder mittelfristig möglichst sicher anlegen? Vielleicht weil du in den nächsten Jahren eine größere Investition (Immobilie, Auto, …) planst oder einfach weil du keine Risiken eingehen möchtest. In diesem Blogartikel erfährst du, wie du in Österreich die sichere Geldanlage am Einfachsten umsetzen kannst.

Sicherheit bei der Geldanlage

Sicherheit bei der Geldanlage bedeutet für mich, dass ich jederzeit Zugriff auf mein Geld habe und dieses zu keinem Zeitpunkt weniger wird.

Der Begriff „weniger“ bezieht sich auf den absoluten Betrag. Wenn ich 10.000€ investiere, möchte ich keinesfalls weniger als 10.000€ herausbekommen. Das man wegen der Inflation in ein paar Jahren um diesen Betrag nicht dasselbe erwerben kann wie heute, ist hier nicht berücksichtigt. Real wird das Geld Jahr für Jahr durchschnittlich um 2% weniger wert.

Möglichkeiten zur sicheren Geldanlage

Da das Geld keinem Wertschwankungsrisiko unterliegen soll, fällt der Großteil des Investitionsuniverums weg. Übrig bleiben für einen Privatanleger folgende Möglichkeiten:

  • Bargeld (Cash)
  • Online-Sparbuch (= Bankeinlage)
  • Kurzfristig laufende Staatsanleihen höchster Bonität

Gold und Edelmetalle wurden bewusst nicht aufgenommen, da auch sie einem sehr hohen Wertschwankungsrisiko unterliegen.

Bargeld im Safe oder Bankschließfach ist keine wirkliche Option. Denn hier bekomme ich einerseits keine Zinsen und andererseits kostet ein Bankschließfach Geld. Alternativ Bargeld zuhause zu lagern führt dazu, dass man ein erhöhtes Risiko vor Diebstahl und zB. Feuer hat.

Staatsanleihen als risikoloses Investment

Die sicherste Form der Geldanlage ist ein Investment direkt in Staatsanleihen von Ländern mit höchster Bonität (Kreditwürdigkeit). Die Bonität wird von Ratingagenturen bewertet, die den Ländern ja nach Schulden und Wirtschaftskraft Noten geben. Die Bestnote bei Standard & Poors (S&P) ist AAA (Triple A), die Zweitbeste AA+, dann kommt AA usw.

Ratingskala von S&P und Moody’s. Quelle

Nachdem wir keine Wertschwankungen haben wollen, kommt ein Investment in Anleihen von Ländern mit einer anderen Währung nicht in Frage. Denn da würde das Wechselkursrisiko hinzu kommen.

Euro-Länder mit der höchsten Bonität

Wie sieht es aktuell mit der Bonität der Länder im Euro-Raum aus?

Ratings der Euro-Länder. Überarbeitet von Kapitalmeister. Quelle: Tagesschau.de
Die Bonität der Euro-Länder per 17.04.2020. Quelle: Tagesschau.de. Eigene Überarbeitung.

Die Bestnoten erhalten Deutschland, Luxemburg und Niederlande mit einem AAA-Rating. Danach kommen Österreich und Finnland mit der zweitbesten Bonität AA+.

Als Österreicher – so denke ich – kann man somit guten Gewissens auch in Österreichische Staatsanleihen investieren. Wer es noch sicherer haben möchte, nimmt Staatsanleihen von einem oder mehreren Ländern mit einem AAA-Rating.

Was sind Staatsanleihen eigentlich?

Anleihen kann man wie Kredite betrachten, nur dass diese an der Börse gehandelt werden. Eine Staatsanleihe ist somit ein Kredit, den ein Land über die Börse aufgenommen hat, um seine staatlichen Aufgaben finanziell bewältigen zu können.

Diese Anleihen haben eine definierte Laufzeit und einen definierten Zinssatz, der im Fachjargon Kupon genannt wird. Staaten haben meist sehr hohe Schulden und diese haben sie zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Laufzeiten begeben. Somit kannst du dir meist aussuchen, ob du dem Staat für ein Jahr oder für 10 Jahre Geld leihen möchtest.

Wie kann man Staatsanleihen erwerben?

Eine Staatsanleihe kannst du ganz einfach mit einem Wertpapierdepot über die Börse erwerben. Dazu brauchst du allerdings ein bisschen Geld. Die kleinste Stückelung bei Staatsanleihen ist 1.000€.

Kleinere Geldbeträge können nicht investiert werden. Wegen der Transaktionskosten wäre das auch nicht sinnvoll. Der Erwerb ist grundsätzlich nicht kompliziert, stellt aber einen gewissen, manuellen Aufwand dar.

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5 Dinge die du über die Börse wissen solltest

Wenn du Staatsanleihen erwirbst, dann bezahlst du den Marktpreis an der Börse. Dieser Preis wird in Prozent angegeben. Wenn der Kurs bei 102% liegt, dann bezahlst du 1.020€ für eine Anleihe mit einer Nominale von 1.000€ (1.000€ x 102%). Transaktionskosten kommen auch noch dazu.

Liegt der jährliche Kupon bei 2% so bekommst du jedes Jahr zum Fälligkeitstermin 20€ Zinsen auf dein Cash-Konto am Wertpapierdepot gutgeschrieben. Am Ende der Laufzeit erhältst du den letzten Kupon iHv. 20€ samt Tilgung iHv. 1.000€.

Das Ganze ist schon etwas kompliziert zu verstehen. Wichtig ist, dass die Rendite durch den Kaufpreis verändert wird. Liegt der Marktpreis über 100%, so ist die Rendite niedriger als der nominelle Zinssatz. Und umgekehrt ist sie höher.

Aktuelle Rendite von kurzlaufenden österreichischen Staatsanleihen

Österreichische Staatsanleihe ein gutes Investment für Privatanleger?
Österreichische Staatsanleihen rentieren derzeit negativ. Sie kosten Geld.

Wenn du einjährige österreichische Staatsanleihen über die Börse erwirbst, dann erhältst du aktuell eine effektive Verzinsung von -0,6%. (04.05.2020)

Die Transaktionsgebühren sind nicht berücksichtigt. Im Klartext bedeutet dass, dass du Geld dafür zahlst, dass der Staat ein Jahr mit deinem Geld „arbeitet„.

Wie oben beschrieben kannst du dir das so vorstellen:
Man kauft Anleihen zB. um 1.010€ und erhält in einem Jahr 1.000€ (Nennwert) und eine Kuponzahlung von 3€. Insgesamt verliert man ein paar Euros.

Die Rendite von deutschen Staatsanleihen liegt auf einem ähnlichen Niveau.

Sind länger-laufende Staatsanleihen eine Option?

Man könnte auch Anleihen mit einer längeren Restlaufzeit kaufen. Aber sogar bei einer 50-jährigen Österreich-Anleihe beträgt die effektive Rendite nur circa 0,4% pro Jahr. Somit ist auch das sinnlos.

Hinzu kommt, dass das Zinsänderungsrisiko bei einer längeren Restlaufzeit deutlich steigt. Erhöht die Europäische Zentralbank die Leitzinsen, so fällt auf die Minute der Wert der Anleihe. Umso länger die Restlaufzeit ist, umso empfindlicher reagiert der Wert der Anleihen.

Dieses Risiko entfällt selbstverständlich, wenn man ohnehin plant, die Anleihe bis zur Fälligkeit zu halten. Man erhält halt trotzdem nur 0,4% Zinsen pro Jahr in den nächsten 50 Jahren.

Die Kurse der Anleihen hängen extrem vom Zinsniveau ab und die Leitzinsen sind rein politisch motiviert.

Der Finanzwesir, Albert Warnecke

Anleihen von Ländern mit schlechterer Bonität

Man könnte auch überlegen, dass man stattdessen Anleihen von Ländern mit einer schlechteren Bonität erwirbt.

Italien hat zum Beispiel mit BBB eine der schlechtesten Bonitäten im Euro-Raum. Die Rendite für einjährige italienische Staatsanleihen liegt bei rund 0,1% und für 10-jährige Anleihen bei rund 1,7%.

Das ist jetzt auch nicht sonderlich hoch. Und von Sicherheit kann man hier kaum sprechen. Das wäre etwas für Spekulanten, die sich darauf verlassen, dass die anderen EU-Länder im Fall des Falles den Italienern unter die Arme greifen.

Jedenfalls stehen Zinshöhe und Risiko in keinem adäquaten Verhältnis.

Variante II: Das Online-Sparbuch

Der wohl einfachste Weg sein Geld anzulegen ist vermutlich auch der Beliebteste. Das klassische Online-Sparbuch. Man überweist nach Belieben Geldbeträge hin und holt sie sich taggleich oder mit einem Tag Verzögerung wieder zurück aufs Girokonto.

Hier sollte man unterscheiden, ob man ein Online-Sparbuch bei seiner Hausbank verwendet, oder ob man eines bei einer „externen“ Bank eröffnet.

Hausbank oder externes Online-Sparbuch?

Das Hausbank-Sparbuch hat den Vorteil, dass man das Geld taggleich hin und her jonglieren kann und dass man die Höhe der Ersparnisse bei jeder Online-Banking-Transaktion sieht. Das ist aus meiner Sicht allerdings auch ein Nachteil. Da man dadurch schneller der Verlockung unterliegen könnte, das Geld auszugeben.

bestes Online-Sparbuch Österreichs
Online-Sparbücher sind einem direkten Investment in Staatsanleihen vorzuziehen.

Ich fände es viel schlauer, wenn man ein zusätzliches Online-Sparbuch bei einer weiteren, „externen“ Bank eröffnet. Das hat einerseits den Vorteil, dass man bessere Zinskonditionen erhält und wir andererseits eine kleine – einfach zu übersteigende – Chinesische Mauer dazwischen haben. Das Geld ist sozusagen nicht permanent in der Auslage. Die Übertragung der Gelder auf das Girokonto dauert im SEPA-Raum maximal einen Tag. Das sollte verkraftbar sein.

Sicherheit eines Online-Sparbuchs

Wie sicher ist ein Online-Sparbuch. Prinzipiell ist eine Einzahlung auf das Online-Sparbuch eine Bankeinlage. Und die Bankeinlage ist eigentlich ein Kredit an die Bank. Geht die Bank in Konkurs, dann bist du Gläubiger der Bank und je nach Konkursquote, erhältst du einen Teil deiner Forderung zurück.

Wenn da sonst nichts wäre, würde sich im Krisenfall bei allen Banken langen Schlange vor dem Bankschalter bilden. Man spricht vom bank run. Die Leute würden sofort ihr Geld in Sicherheit bringen wollen und damit einen Bank- und Systemzusammenbruch auslösen.

Deshalb wurde europaweit die Einlagensicherung ins Leben gerufen. Der Staat verpflichtet die Banken, dass sie einen Fonds anlegen, mit dem sie gemeinschaftlich im Krisenfall die Anleger schützen. Diese gesetzliche Einlagensicherung beträgt 100.000€ pro Person und Bankinstitut. Alles darüber hinaus, wird normal aus der Konkursmasse bedient.

Mittlerweile bilden alle österreichischen Banken ihre Einlagensicherung in der selben Gesellschaft ab. In der Einlagensicherung AUSTRIA GmbH. Nur die Erste Bank und Sparkassen-Gruppe hat mit der S-Haftungs GmbH noch ein eigenes Sicherungssystem.

Es spielt keine Rolle, bei welchem österreichischen Bankinstitut du das Geld liegen hast. Alle haften gemeinsam, denn auch die beiden Sicherungsgesellschaften müssen sich gegenseitig beistehen. Sollte auch das nicht reichen, dann würde meines Erachtens der Bund einschreiten. Ich denke nicht, dass der Staat zusehen würde, wenn die österreichischen Banken wie Dominosteine fallen.

Aus meiner Sicht sind Bankeinlagen bis 100.000€ pro Person und Bankinstitut also ähnlich sicher, wie österreichische Staatsanleihen.

Bestes Online-Sparbuch in Österreich

In meinem Blogartikel zu den besten Online-Sparbüchern Österreichs hab ich analysiert, wo man bei Einhaltung der Kapitalmeister-Kriterien (Einlagensicherung, Festgelder, dauerhaft gute Verzinsung,…) sein Sparbuch eröffnen sollte.

Aktuell bietet dies die österreichsiche Addiko-Bank* an, die für täglich fällige Einlagen 0,3% p.a. und für 6- oder 12-monatige Festgelder 0,6% p.a. bezahlt (05.05.2020). Die aktuellen Konditionen findest du immer im Blogartikel. Und natürlich unterliegt diese Bank der österreichischen Einlagensicherung.

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Beste Online-Sparbücher Österreichs

Zusammenfassung | Staatsanleihen vs. Online-Sparbuch

Hinsichtlich Sicherheit macht es kaum einen Unterschied, ob man österreichische Staatsanleihen kauft oder ob man sein Geld auf ein Online-Sparbuch legt, dass der österreichischen Einlagensicherung unterliegt.

Beim Komfort gibt es einen großen Unterschied. Staatsanleihen muss ich manuell über mein Wertpapierdepot erwerben, ich muss Kuponzahlungen managen und kann nur Vielfache von 1.000€ investieren. Das ist ziemlich mühsam. Das Online-Sparbuch kann man mit einem Dauerauftrag und/oder mit einem Abschöpfungsauftrag ganz einfach besparen. Hier empfehle ich dir die Beiträge zur Sparautomatik und zur Eisernen Reserve.

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Rendite. Einjährige Staatsanleihen kosten dich aktuell 0,6% p.a. und einjährige Festgelder bei der Addiko-Bank* bringen dir aktuell 0,6% p.a.. Der Zinsvorteil bei 100.000€ beträgt demnach 1.200€ vor KESt.

Wenn du dein Geld möglichst „risikolos“ anlegen möchtest, dann lege es auf ein Online-Sparbuch. Privatanleger brauchen keine Staatsanleihen. Es sei denn, du hast Millionen zu verwalten und die Einlagensicherung reicht nicht mehr aus.


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