Wo sollen Selbstständige in Österreich ihr Geschäftskonto eröffnen?

Wo sollen Selbstständige in Österreich ihr Geschäftskonto eröffnen?

Selbstständige in Österreich benötigen ein eigenes Firmen- oder Geschäftskonto. Der Aufwand bei einer Vermischung mit privaten Umsätzen steigt mit zunehmendem Erfolg. In diesem Beitrag erfährst du, wer in Österreich das beste Geschäftskonto anbietet.

Meine Ausgangslage

Ich habe die Kapitalmeister e.U. vor etwas mehr als einem Jahr gegründet. Die Selbstständigkeit war für mich persönlich ein sehr großer Schritt und ich bin sehr froh und stolz, dass ich das gemacht haben.

Zur damaligen Zeit hatte ich bereits zwei Girokonten. Ein Gemeinschaftskonto mit meiner Ehefrau bei der Hellobank und ein zweites Konto bei der Raiffeisenbank. Das Hellobank-Konto war für meine Angestelltendasein und den Überschuss der Geschäftstätigkeiten meiner Frau. Das zweite Konto benötigte ich, da ich auch Einnahmen und Ausgaben aus der Vermietung habe.

Damals wollte ich mich noch nicht mit der Frage eines eigenen Kontos auseinandersetzen, da man am Anfang ohnehin kaum Einnahmen generiert und der Gründungsprozess auch so genügend Formulare und Schritte erforderte. Also fasste ich den Entschluss, dass ich die Einnahmen und Ausgaben aus meiner Selbstständigkeit als Investment Coach auch auf mein zweites Girokonto bei der Raiffeisenbank laufen lasse.

Warum ich ein eigenes Geschäfts- oder Firmenkonto brauche?

Nun laufen die Einnahmen und Ausgaben aus der Vermietung und auch aus der Selbstständigkeit über das Konto bei der Raiffeisenbank. Und ich merke, dass es immer schwieriger wird, den Überblick zu behalten.

Weder kann ich einfach sagen, wie der monatliche Cashflow aus meiner Vermietung war, noch wieviel Cash der Kapitalmeister generiert hat. Das ist für mich natürlich nicht sehr befriedigend. Früher hatte ich regelmäßig alle meine Buchungszeilen aus allen Konten (Girokonten, Sparbücher, Depots,…) monatlich im Excel verbucht. Ich hatte den perfekten Überblick. Das ist mir vor ein paar Jahren zu viel geworden. Aufwand und Nutzen standen nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis.

Nun ist es an der Zeit ein eigenes Geschäftskonto für das selbstständige Dasein zu eröffnen.

Eigenes Konto für besseren Überblick und Buchhaltung

Als Finanzmensch mache ich seit ein paar Jahren selbst meine Einkommenssteuererklärung. Und seit ich mein Unternehmen gegründet habe, ist die Verbuchung der Umsätze viel aufwendiger geworden. Jede Buchungszeile am Konto muss zugeordnet werden. Diesen Aufwand möchte ich nicht mehr auf mich nehmen. Zudem plane ich, dass ich bei weiterem Umsatzwachstum meine Buchhaltung und Steuern auslagere. Und hier ist die Vermischung von zwei steuerlichen Einkunftsarten auf einem Konto einfach nicht mehr zumutbar.

Eigenes Geschäftskonto od. Firmenkonto für mehr Überblick

Mir ist bewusst, dass die meisten neuen Selbständigen nicht auch eine Vermietung laufen haben. Allerdings hat man dann die Vermischung mit den Privatumsätzen am Girokonto. Und das ist aus meiner Sicht noch unangenehmer. Privat hat man in der Regel sehr viele Umsätze (Buchungszeilen) und meist möchte man die privaten Kontoauszüge auch nicht an die Steuerberaterin oder das Finanzamt übermitteln.

Zusätzliches Girokonto als Geschäftskonto für Selbstständige in Österreich?

Für Unternehmen bieten Banken spezielle Konten an. Als Unternehmen werden in diesem Absatz Kapitalgesellschaften wie Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Aktiengesellschaften (AG) und auch Kommanditgesellschaften betrachtet.

Diese Unternehmen benötigen spezielle Dienstleistungen, die nur Firmenkonten anbieten. Beispielsweise sind dies:

  • Direkte Integration der Buchhaltung mit Datenaustauschprotokollen oder -formaten
  • Abwicklung von Treuhandgeschäften
  • Eilüberweisungen taggleich durchführen
  • Stammkapitalbestätigungen bei der Gründung
  • Fremdwährungskonten,…

In diesem Blogartikel sprechen wir allerdings von Einzelunternehmen und Selbstständigen. Die meisten der oben genannten Leistungen werden von uns nicht benötigt. Ein Einzelunternehmen läuft auf die Person und daher könnte diese Person auch einfach ein weiteres, separates Girokonto eröffnen. Die Bank müsste nicht erfahren, dass man es ausschließlich geschäftlich nützt.

Da ich gerne mit gutem Gewissen agiere und keinen Regelverstoß riskieren möchte, habe ich meine Recherche weiter vertieft. So suchte ich nach Quellen und Erfahrungen mit der Nutzung eines zusätzlichen Girokontos als Geschäftskonto für Selbstständige in Österreich.

Welche Kriterien soll mein neues Geschäftskonto erfüllen?

Zu allererst möchte ich möglichst keine oder nur sehr niedrige Kontoführungsgebühren bezahlen. Als Einzelunternehmer weiß man, wie schwierig es – vor allem zu Beginn – ist, Umsätze und Gewinne zu generieren. Deshalb möchte ich Geld sparen, wo es sinnvoll und möglich ist. Ebenso sollten Überweisungen und Abhebungen am Bankomaten kostenlos sein.

Idealerweise ist dieses Konto auch von der Einlagensicherung eines europäischen Landes mit sehr guter Bonität erfasst. Diese schützt Bankeinlagen bis 100.000 € pro Anleger und Bankinstitut.

Kriterien für Geschäftskonto in Österreich

Eine Bankomatkarte benötigt man ohnehin und später möchte ich vielleicht Mal eine Kreditkarte haben. Und – auch wenn ich das niemals machen möchte – soll auch die Überziehung des Firmenkontos möglich sein.

In meinem Business ist es nicht notwendig, viele Bargeldtransaktionen durchzuführen. Die gilt es aus verschiedenen Aspekten zu vermeiden. Es kann allerdings sein, dass du sehr viele Einnahmen und Ausgaben in bar zu leisten hast. Dann ist natürlich auch zu betrachten, dass du eine Möglichkeit für höhere Bareinzahlungen und Barabhebungen in deiner Umgebung hast.

Kombiniertes Wertpapierdepot für steuerlich begünstigte Investitionen mit Gewinnfreibetrag

In meiner Funktion als Investment-Coach betrachte ich natürlich auch den langfristigen Anlagehorizont. Unternehmer haben die Möglichkeit – ab einem Gewinn von derzeit 30.000€ – bis zu 13% des Gewinnes steuerfrei in begünstigte Wirtschaftsgüter zu investieren.

Somit kann man sich Einkommenssteuer sparen, wenn man einen Teil des Gewinnes in Wertpapiere im Sinne des § 14 Abs 7 Z 4 EStG investiert. Diese müssen ab Anschaffung mindestens 4 Jahre dem Betrieb gewidmet werden.

Kombiniertes Wertpapierdepot für steuerlich begünstigte Investitionen mit Gewinnfreibetrag

In der Praxis bedeutet dass, dass ich mir als Unternehmer mit einer schlauen Veranlagung – bei ausreichend hohem Gewinn – einiges an Steuern sparen kann und zudem langfristig nette Renditen erzielen kann.

Weitere Informationen zum Gewinnfreibetrag findest du auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen und bei broker-test.at

Es hätte doch Charme, wenn man die Veranlagung des Gewinnfreibetrags selbst umsetzen könnte und diese beim Online-Banking mit im Blickfeld hätte. Und das kann funktionieren, wenn man eine Online-Bank wählt, bei der du sowohl das Geschäftskonto als auch ein Wertpapierdepot eröffnen kannst. Mal schauen, wie realistisch das ist.

Aber es geht dabei nicht nur um Bequemlichkeit. Wenn man die steuerlich begünstigen Fonds bei einem Online-Broker kauft, dann kann man ordentlich Gebühren sparen. Denn bei Online-Banken sind die Ausgabeaufschläge (= Vertriebsprovisionen) meist deutlich reduziert.

ETF-Sparpläne für die langfristige Geldanlage

Gerade für Unternehmer macht es Sinn, auch außerhalb der steuerlichen Begünstigungen langfristig – zum Beispiel für die Pension – vorzusorgen. Diese Vorsorge wird in der privaten Sphäre der Unternehmerin umgesetzt. Das Finanzamt oder der Steuerberater brauchen davon nichts zu erfahren. Allerdings könnte man diese Wertpapiere gemeinsam mit den steuerlich begünstigten Wertpapieren in einem (Sub-) Depot haben. Das ist wieder eine reine Frage der Bequemlichkeit.

Privat vorsorgen funktioniert am Besten mit ETFs. ETF ist die Abkürzung von Exchange Traded Funds. Es handelt sich um börsengehandelte Indexfonds. Und diese sind viel günstiger und besser als alle anderen Möglichkeiten. Mit ETFs können wir unser Geld extrem günstig, langfristig entsprechend einem weltweiten Aktienindex investieren. Und die historischen Renditen eines weltweiten Aktienindex lassen zukünftig langfristige Renditen zwischen 5% und 7% pro Jahr erwarten. ETFs sind aus meiner Sicht das Sparbuch der Zukunft und der vernünftigste Weg für die langfristige Geldanlage.

ETF-Sparpläne für die langfristige Geldanlage in Kombination mit Geschäftskonto Firmenkonto in Österreich

Was ist ein ETF-Sparplan? Hier kann man meist schon ab 50€ pro Monat automatisch mit sehr niedrigen Gebühren das Geld breit gestreut in die besten Unternehmen der Welt investieren. Der beste Online-Broker hierfür ist in Österreich derzeit Flatex. Die Höhe der Sparrate kann mit ein paar Klicks verändert werden. Zudem kann man einen ETF-Sparplan einfach aussetzen oder in einen Entnahmeplan abändern.

Für Selbstständige wäre es damit sehr einfach und bequem. Man hätte alles im Blickfeld und die volle Entscheidungsgewalt in den eigenen Händen. Es wird kein Banker benötigt.

Steht eine Unternehmerin also vor der Wahl des Geschäftskontos, so wäre es aus meiner Sicht von Vorteil, wenn man damit auch ein Wertpapierdepot verbinden könnte, in dem man günstige ETF-Sparpläne anlegen kann. Alternativ könnte sie das auch mit einem eigenständigen Depot (z.B. flatex) machen oder in Kombination mit dem Privatkonto.

Auch das verbundene Wertpapierdepot muss Kriterien erfüllen!

Was ein Wertpapierdepot ist, habe ich im Blogbeitrag Wertpapierdepot | Was das ist und warum du eines haben solltest! im Detail beschrieben. Bei der Auswahl unseres Firmenkontos in Kombination mit einem Wertpapierdepot sind dann weitere Kriterien zu erfüllen.

Einerseits sollen die Gebühren für das Depot, für Wertpapieraufträge (Orders) und ETF-Sparpläne möglichst gering sein. Andererseits möchte ich damit keinen zusätzlichen Aufwand mit der Besteuerung von Fondserträgen haben. Somit kommt für mich nur ein Online-Broker in Frage, der die österreichische Kapitalertragssteuer (KESt) automatisch an den Fiskus abführt. Andernfalls müssten die Gewinne aus Kapitalvermögen separat in der Einkommenssteuererklärung veranlagt werden. Dies bedeutet zusätzlichen Aufwand und/oder Kosten.

Kriterien für Wertpapierdepot in Kombination mit Geschäftskonto / Girokonto für Selbstständige in Österreich

Wie ich das beste Firmenkonto samt Wertpapierdepot für Einzelunternehmen suche

Um für mich und für euch das beste Geschäftskonto mit Option auf ein verbundenes Wertpapierdepot für Selbstständige in Österreich zu finden, habe ich mir verschiedene Tests und Vergleiche angesehen.

und für das Wertpapierdepot

Filterung der Anbieter

Am Einfachsten war es, gleich Mal nach den schwierigsten Kriterien auszufiltern. Also suchte ich auf Basis der Liste der besten Online-Broker jene heraus, die automatisch die österreichische Kapitalertragssteuer abführen und ETF-Sparpläne anbieten.

Auf Basis des GEWINN-Magazins und von broker-test.at sind drei Online-Broker übrig geblieben.

  • DADAT Bank (Bankhaus Schelhammer & Schattera AG)
  • flatex (flatex Bank AG Niederlassung Österreich)
  • Hellobank (BNP Paribas S.A. Niederlassung Österreich)

EasyBank und ING-Diba haben es nicht auf die Liste geschafft, weil sie keine ETF-Sparpläne anbieten.

Flatex ist aus meiner Sicht derzeit der beste Online-Broker Österreichs in Sachen ETF-Sparpläne und Depotführung. Allerdings bietet flatex kein Girokonto an.

flatex.at | Das beste standalone-Wertpapierdepot in Österreich

Damit ist die Auswahl für unser Firmenkonto auf zwei Anbieter eingegrenzt. Die DADAT Bank und die Hellobank. Jetzt stellt sich die Frage, welche der beiden Banken das attraktivste Angebot bietet.

Gemeinsamkeiten DADAT Gehaltskonto und Hello-Girokonto

Zu Beginn mache ich mich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten. Beide Banken bieten ein Girokonto mit österreichischer Einlagensicherung bis 100.000€ pro Anleger und sowohl eine gratis Bankomat- als auch Kreditkarte (Classic) an.

Das Wertpapierdepot ist mit automatischer KESt-Abführung und ETF-Sparplänen ausgestattet. Die Mindesthöhe bei Sparplänen beträgt 50€ pro Monat oder Quartal.

Beide Anbieter haben auch eine Liste an Fonds für steuerlich begünstigte Investitionen, die sie mit begünstigten Ausgabeaufschlägen vertreiben. Hier muss man sich dann nur noch fragen, in welche Fonds man begünstigt investieren möchte (DADAT, Hellobank). Wenn du hier Unterstützung bei der Auswahl benötigst, kannst du mich gerne kontaktieren.

Der Unterschied liegt wie immer bei den Gebühren.

Gebühren DADAT-Gehaltskonto und -Depot

Das DADAT Gehaltskonto inkl. Bankomat- und Kreditkarte ist ab einem monatlichen Gehaltseingang von 1.000€ kostenlos. Wird diese Schwelle nicht erreicht, so beläuft sich die Kontoführungsgebühr auf 4,20€ pro Monat.

Beim DADAT Depot erhält man für Fonds 80% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und für diese Positionen sind keine Depotgebühren zu bezahlen. Bei Fondssparplänen beträgt der Rabatt 60%. Relevant sind Fonds aus meiner Sicht nur für steuerlich begünstigte Investitionen. Alles darüber hinaus gehende, würde ich in ETFs investieren.

Gebühren DADAT Firmenkonto für Selbstständige in Österreich

Der ETF-Sparplan bei der DADAT Bank kostet beim Kauf 1,50€ + 0,175% des Volumens und die Bank bietet aktuell knapp 40 ETF-Sparpläne an. Für ETFs bezahlt man eine Depotgebühr von 0,9% p.a., mindestens aber 3€ pro Position.

Mit dem Depot ist auch ein verpflichtendes Verrechnungskonto verbunden. Dieses darf man keinesfalls mit dem Girokonto verwechseln. Warum man das benötigt, zeige ich in meinem Blogartikel zum Wertpapierdepot, den ich dir fürs bessere Verständnis sehr empfehlen würde. Dieses Verrechnungskonto kostet 2,50€ pro Quartal.

Ich fragte zur Sicherheit bei der DADAT Bank (Österreich) an, ob ich das Girokonto als Geschäftskonto für meine Selbstständigkeit verwenden darf. Dabei erhielt ich folgende Antwort:

Unsere Girokonten werden nur für natürliche Personen angeboten. Geschäftskonten bieten wir nicht an.

Mitarbeiterin DADAT Bank

Damit ist neben flatex auch die DADAT Bank für die kombinierte Verwendung hinfällig. Beide bieten kein Girokonto für unsere Zwecke an.

Gebühren Hellobank-Girokonto und -Depot

Grundsätzlich kostet das Hello Girokonto 4€ pro Monat. Allerdings ist dieses Kontopaket kostenlos, wenn man ein Depot mit einem Depotbestand von mind. 10.000€ hat. Alternativ ist das Girokonto auch mit einem aktiven Fonds- oder ETF-Investmentplan ab 50€ pro Monat kostenlos.

Die Hellobank (Österreich) bietet auch ein Geschäftskonto für Selbstständige für 9,90€ pro Monat an. Insgesamt ist alles gleich, nur dass man für die Business-Kreditkarte 31€ pro Jahr bezahlen muss und in den Hellobank-Filialen keine Bareinzahlungen und Barauszahlungen tätigen kann. Da dieses separate Konto für Selbstständige nicht so sinnvoll erscheint, hab ich bei der Hellobank nach den Vorteilen des speziellen Kontos für Selbständige nachgefragt. Man teilte mir folgendes mit:

Hellobank Firmenkonto für Selbstständige

Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Konten von den Funktionen her nicht. Wir müssen Sie jedoch darüber informieren, dass das Girokonto ohne Eingänge kein Geschäftskonto ist und sollten Sie das Konto missbräuchlich als Geschäftskonto verwenden, kann dies zu einer Kündigung der Geschäftsbeziehung führen. 

Hellobank-Mitarbeiter

Das Hello Girokonto ist damit keine Option. Allerdings ist auch das Hello Girokonto für Selbstständige mit einem Depotbestand von mehr als 10.000€ oder mit einem aktiven Fonds- oder ETF-Investmentplan ab 50€ pro Monat kostenlos.

Mit dem Hellobank-Depot erhält man mindestens 50% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und auch hier sind für Fondspositionen keine Depotgebühren zu bezahlen.

Die Bank bietet rund 100 ETF-Sparpläne an, für die man beim Kauf 2€ + 0,275% bezahlt. Bei speziellen Partnergesellschaften – wie zB. UBS – gibt es auch kostenlose Sparpläne. Für ETFs bezahlt man eine Depotgebühr von 0,12% p.a. bzw. mindestens 5,40€ pro Position. Die Depotgebühr insgesamt beträgt aber mindestens 15€ pro Jahr.

Auch hier benötigt man ein Verrechnungskonto, dass sich mit 18€ pro Jahr zu Buche schlägt.

Hellobank hat beste Geschäftskonto-Depot-Kombi in Österreich für Selbstständige

In der Alles-Aus-Einer-Hand-Methode bleibt also nur die Hellobank mit dem Hello Girokonto für Selbstständige + Depot oder Investmentplan übrig. Nachteilig ist natürlich, dass man keine Bargeldeinzahlungen machen kann. Das Depot kostet ein bisschen was.

Die DADAT-Bank bietet das bessere Depot für die steuerlich begünstigten Investitionen an. Um den Daumen sind die Gebühren rund 1/3 günstiger als beim Hello Depot. Deshalb könnte man auch extra für diesen Zweck ein Depot eröffnen. Das ist halt nicht ganz so bequem, aber wie oft muss man schon investieren? 1-2 Mal pro Jahr?

Im DADAT-Depot kann man dann auch ETF-Sparpläne für die private Vorsorge laufen lassen. Die Kosten (Depotgebühr, Gebühr Verrechnungskonto, Gebühr Sparplan) sind zwar deutlich höher als bei flatex, aber durchaus akzeptabel.

In der Aufbauphase wird das Depot noch nicht benötigt

Die meisten jungen Selbstständigen haben in den ersten Jahren noch keinen Gewinn von deutlich über 30.000€. Zu Beginn wäre es also wegen der Kosten nicht schlau, sofort ein Depot zu eröffnen. Und wenn man das nicht macht, kostet das Hellobank-Konto schon 9,90€ pro Monat. Das ist mir zu viel.

Also gehe ich wieder auf die Suche nach einem guten und möglichst kostenlosen Stand Alone-Firmenkonto. Die beste Quelle ist hier wieder der Firmen-Konto-Vergleich. Hier stellt man schnell fest, dass die meisten Konten rund 10€ pro Monat kosten. Auf die gehe ich jetzt nicht näher ein. Folgende Banken mit einem Geschäftskonto für Selbstständige in Österreich stechen positiv hervor:

  • bank99 mit 400 Filialen (Postpartner) um 4€ pro Monat
  • Holvi mit finnischer IBAN und ohne Filiale gratis
  • N26 mit deutscher IBAN gratis
  • TransferWise for Business – Kostenlos mehrere Konten in verschiedenen Währungen

Firmenkonto für die Startphase (ohne Depot)

Sollten Bargeldtransaktionen bei dir eine wesentliche Rolle spielen, dann könnte die bank99 mit dem geschäftskonto99 eine günstige Alternative sein. Bei den Automaten der rund 400 Filialen zahlt man für die erste Transaktion im Monat nichts und für jede weitere nur 0,25€. Im Vergleich zu den nachfolgenden Banken sind auch Finanzamtszahlungen einfacher.

Für international tätige Einzelunternehmer wäre das TransferWise for Business bestimmt eine Überlegung wert. Da in diesem Bereich vermutlich viele Transaktionen in USD oder GBP abgewickelt werden. Damit kann man sich einiges an Wechsel- und Transaktionsgebühren sparen.

Geschäftskonto Firmenkonto in Startphase für Selbstständige. Wertpapierdepot sinnvoll?

Für mich bleiben nur Holvi und N26 übrig. Beide Gratis-Geschäftskonten haben ihren Reiz. Was mich bei beiden stört, ist dass sie keine österreichische IBAN anbieten. Bei Holvi kostet jede Barbehebung 2,5% und die Guthaben unterliegen keiner Einlagensicherung. Dass ist auch der Grund, warum ich mich schlussendlich für das N26 Business-Konto mit der deutschen Einlagensicherung bis 100.000€ entschieden habe. Bargeldbehebungen sind kostenlos. Kontoüberziehungen sind derzeit nicht möglich, allerdings erhält man 0,1% Cashback auf alle Mastercard- Einkäufe.

Zusammenfassung

Ehrlicherweise hatte ich erwartet, dass man ein günstigeres Angebot für ein Geschäftskonto in Kombination mit einem Wertpapierdepot erhält. Leider bietet die DADAT Bank das nicht an.

Die Hellobank bietet mit dem Geschäftskonto für Selbstständige und dem optionalen Depot als einziger Online-Broker in Österreich eine gute Kombination an. Damit ist es sehr einfach möglich, mit niedrigen Gebühren steuerlich begünstigte Investitionen zu tätigen und auch ETF-Sparpläne einzurichten. Die Hellobank-Kombi ist jedenfalls deutlich besser, als jene bei allen konventionellen Banken. Allerdings sind keine Bareinzahlungen möglich.

Da ich die steuerlich begünstigten Investments in der aktuellen Phase noch nicht tätigen kann und ohnehin schon ein privates flatex-Depot habe, werde ich ein N26 Businesskonto eröffnen. Dieses Geschäftskonto kostet für Selbstständige auch in Österreich nichts, unterliegt der deutschen Einlagensicherung und man erhält zudem eine kostenlose Kreditkarte. Damit ist der Nachteil des deutschen IBAN wettgemacht. Meine privaten ETF-Sparpläne laufen natürlich weiter.

Sobald ich die Investitionsfreibeträge nutzen kann, werde ich – bei unverändertem Marktangebot – einfach ein DADAT Depot anlegen. Allerdings hoffe ich, dass der Staat dann endlich auch ETFs für diesen Zweck zulässt. Dann wird natürlich bei flatex investiert.

Ich hoffe dieser Blogartikel war hilfreich für dich. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, falls du Verbesserungs- oder Ergänzungsvorschläge hast.


Links zu den Banken und Online-Brokern

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